Chronik

Es war 1947, als Leopold Kubisch - der Vater des ehemaligen Vereinsobmannes Peter Kubisch - innerhalb der "Forelle Steyr" die Segelsektion gründete. Er war einer der vielen beherzten Männer, die aus dem Krieg zurückkamen und die Infrastruktur unseres Landes wieder aufbauten. Trotz erheblicher Kriegsverletzungen war er Initiator und Miterbauer von vielen "Kabinettkreuzern" deren Namen sich aus den "Schiffswerften" in den Kabinetten der Kleinwohnungen ableiteten. Schon bald entstand eine kleine Flotte, der Schotterturm des Kieswerkes am Ennsufer in Münichholz wurde zur Basis, die Schlafhallen der ehemaligen Arbeiter wurden zu Bootshallen. Tausende Arbeitsstunden wurden damals ehrenamtlich geleistet - es entstand ein Paradies.

 

10 Jahre später wurde Alfred Oberreiter mit seiner Frau zweimal Staatsmeister im Pirat, die Sektion umfasste an die 50 Mitglieder mit ca. 40 Booten verschiedenster Klassenzugehörigkeit. Ein Clubhaus am Stausee in Maria Winkling entstand, der Freizeitwert der Anlage war ab diesem Zeitpunkt speziell für Jugendliche von ungeheurer Bedeutung. Viele dieser damals Jugendlichen sind Mitglieder geblieben oder irgendwann als Erwachsene wieder zurückgekommen.

 

Die sportliche Weiterentwicklung verlief parallel mit steigendem Lebensstandard, denn nur mit höherem Einkommen konnte man Regattaboote und einen Regattabetrieb finanzieren. Den Startschuss dafür gab jedoch der Verein mit der Investition einer Korsarjolle. Das war der Beginn für eine sehr erfolgreiche Zeit des Korsarsegelns, die ihren Höhepunkt in den Jahren 1985 bis 1989 fand. In dieser Zeit wurden Christian Beidl und Eugen Naftz dreimal Staatsmeister in der Korsarklasse. Gleichzeitig wurde eine neue Einhandklasse - die "OK-Jolle" ins Leben gerufen und als sogenannte Einheitsklasse in der Forelle eingeführt. Eine stattliche Flotte entstand in Selbstbauweise. Der Regattabetrieb brachte hier Landesmeistertitel für Peter Kubisch und Peter Medizevec. Gleichzeitig waren die Brüder Jetzinger im 420er ebenso erfolgreich und wurden auch Landesmeister.

 

Dann begann der Siegeszug der Laserklasse rund um den Erdball. Bis dato wurden ca. 174.000 Boote verkauft. Die sportive, anspruchsvoll zu segelnde Jolle wurde Olympic-Klasse. 1990 gab es 5 Laser in der Forelle, heute sind es 22. Mit Einzug der Laserklasse in den Segelclub "Forelle Steyr", begann auch ein enormer sportlicher Aufschwung der durch die Jugendbetreuung von Peter Kubisch und Robert Mitter forciert wurde.

 

Zunächst aber war es Ingo Schwaiger, der als Forelle-Alleinkämpfer großartige Leistungen erbrachte. Er war dreimal österreichischer Klassensieger im Laser-Radial, dreimal österreichischer Jugendmeister und dreimal Feriencupsieger. In seinem Sog entwickelte sich die damals stärkste österreichische Laser-Jugendmannschaft mit Christian Sagfriedmüller, Jürgen Brandstötter, Markus Oberreiter, Florian Messner, Lukas Mitter und Peter Thiel. Alle sind in ÖSV-Kadern, Christian Sagfriedmüller als ältester und erfolgreichster dieser Jugendmannschaft ist im Olympia-Hoffnungskader. Seine herausragendsten Leistungen im bisher waren: Sieger im Österr. Jugendcup, 2. der Jugend-Staatsmeisterschaft, 2. der Österr. Jahresbestenliste Laser-Radial.

 

Zwischenzeitlich entstand infolge Veränderungen im Wasserspiegelbereich des Stausees Staning ein neues Segler-Bootshaus. Auch hier war - wie 1947 - der unermüdliche Einsatz von einigen Mitgliedern erforderlich, um dieses Bauvorhaben zu realisieren. Allen voran war es Peter Kubisch, der nicht nur das Baumanagement übernahm, sondern auch selbst über 1000 Arbeitsstunden in den Bau investierte.

 

1994 wurde ein zusätzliches Grundstück in Maria Winkling zwecks Anlagenerweiterung gepachtet, 1996 wurde das Grundstück in Münichholz, auf dem sich das Segler-Winterlager befindet von der WAG angekauft. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Vereines konnte und kann nur mit Fördermitteln erfolgen. Diese sind aber nur erhältlich, wenn ein Verein auch sportlich erfolgreich tätig ist. Mit Mitgliedsbeiträgen allein ist z. B. der Regattabetrieb mit der Jugendmannschaft gar nicht möglich.

 

Grund genug also, anlässlich einer 50-Jahr-Feier, nicht nur zurückzublicken sondern auch die zukünftigen Perspektiven zu erkennen und die entsprechenden Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. Die Segelsektion ist dabei, ein Segel-Leistungszentrum zu errichten, das zwei Schwerpunkte zu berücksichtigen hat:

 

1. Ausbildung von Kindern und Jugendlichen

 

2. Organisation und Durchführung von Segelregatten.

 

Die Vorarbeiten dafür haben bereits 1997 begonnen. So wurde - bedingt durch den milden Winter - zur Jahreswende 1997/98 eine zusätzliche Steganlage mit einer Gesamtlänge von 70 m errichtet, es werden zwei zusätzliche Vereinsboote für Lehrzwecke angekauft, es ist für 1998/99 geplant, die bestehenden kleinen Hütten abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen, der Werkstätte, Vereinsbootlager, Maschinen, Bootsmotoren, Fitness- und Jugendlehrraum aufnehmen soll.

 

In den letzten Jahren wurden einige große sowohl strukturelle als auch seglerische Leistungen erbracht. Das Dach der Winterhalle Münichholz wurde komplett erneuert, weiters wurde zur Gewährleistung der Sicherheit der Segler am Stausee ein Hartrumpfschlauchboot angeschafft. Seglerisch geht es auch weiter aufwärts, sowohl beim Nachwuchs, als auch bei den Erwachsenen. Benjamin Politor führt im Laser-Radial die österreichische Bestenliste an, Brandstötter ist im Laser-Standard Gesamtklassement 7. Die Kindersegelkurse tragen auch wesentlich dazu bei, Nachwuchssegler zu erkennen und zu fördern.

 

Abschließend bedanken wir uns für die finanzielle Unterstützung in den vergangenen Jahren durch den ASVÖ, durch den OÖ. Segelsportverband, durch die Stadt Steyr, durch das Land Oberösterreich, die Ennskraftwerke AG und den Vereinssponsor, die Firma Teekanne Österreich.